07.07.2026 0 Kommentare
Rückblick: Sommerkonzert in St. Bonifatius
Rückblick: Sommerkonzert in St. Bonifatius
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Rückblick: Sommerkonzert in St. Bonifatius
„Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – Natur in der Musik“. So war das Thema des diesjährigen Sommerkonzerts am 5. Juli 2026 in der Kirche St. Bonifatius. Es wurde eine sehr stimmungsvolle und mit viel Können und Begeisterung gebotene Aufführung der zehn Damen der Frauenschola (Foto: Konzert in St. Michael-Mitte) und der sechs Mitwirkenden des Instrumentalensembles unter Leitung des Kirchenmusikers Stefano Barberino. Dieser hatte auch einige der Musikstücke neu bearbeitet.
Das Konzert, das einen weiten Bogen über 800 Jahre Musikgeschichte spannte, sollte auch an die Schöpfung Gottes in der Natur erinnern.
„Morning has broken“ war das Eingangslied – eine bekannte gälische Weise, gefolgt von „Wild Mountain Thyme“ einem schottisch-irischen romantisch-bewegten Lied.
„Nature Boy“ von Eden Ahbez war dann ein modernes Lied – ruhig-getragen. Der US-Amerikaner schuf damit ein Lied, das in der Pop-Szene durch die Interpretation von Nat King Cole zum Hit wurde.
Dann kam eine Wendung ins Mittelalter mit einer Weise deren Text von Walter von de Vogelweide stammt: „Under der Linden“. Man dachte tatsächlich Vogelgezwitscher zu vernehmen.
„Mirtillo mein, dein Delia“ hieß das Stück des frühbarocken Musikers Johann Hermann Schein, er wirkte in Dresden. Es zählt zu der deutschen Liebeslyrik und das Frauenensemble wurde stimmungsvoll vom Cembalo begleitet.
Dann folgte der Höhepunkt des Abends: „L’Ete“ nach der Musik des Barock-Musikers aus Genua Giovanni Antonio Guido. Zwischen den einzelnen Sätzen wurde der Text von „Der Sommer“ rezitiert.
Florence Beatrice Price war die erste Afroamerikanerin, die als Komponistin klassischer Musik bekannt wurde. Von ihr stammt ein umfangreiches Werk, aufgeführt wurde die getragen-melodische Tondichtung „Mellow Dwilight“.
Tarquinio Merula war ein italienischer Komponist des Frühbarocks. Er schuf u. a. „Canzon II: La Lusignuola“ und da meinte man tatsächlich eine Nachtigall zu hören.
Vom Volksliedforscher Anton Wilhelm von Zuccalmaglio stammt „Verstohlen geht der Mond auf“ – ein romantisch-melodisches Werk. Bekannt ist sein „Kein schöner Land in dieser Zeit“, das hier aber nicht aufgeführt wurde.
Als Hommage an den protestantischen Kirchenlieddichter Paul Gerhardt, dessen 350. Todesjahr wir z. Zt. gedenken, wurde „Nun ruhen alle Wälder“ – ein schönes, ruhiges Abendlied – aufgeführt.
Damit aber nicht genug, zum Abschluss wurde das englische Volkslied „The Tailor and the Mouse“ vorgetragen – lustig und rhythmisch den Abend beschließend - und das Publikum bejubelte es.
Ich war beeindruckt von der Klangfülle sowohl des Chors als auch der Instrumente: der Flöten insbesondere. Es kamen neben dem bereits genannten Cembalo, ein Serpent, eine Vogelpfeife, Glocken, ein Cello, Violinen, Flöten, eine Trommel, eine Bratsche, ein Klavier und ein Blasinstrument (?) zur Aufführung.
Ein wunderbares Konzert – abwechslungsreich vorgetragen und dankbar aufgenommen. Das Ensemble dankte dann auch Stefano Barberino für seinen unermüdlichen Einsatz.
Es gab dann noch einen kleinen Empfang mit Getränken. Spenden wurden gerne für ein Projekt in Sierra Leone entgegengenommen. „Radiance“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für Mädchen und junge Frauen in dem afrikanischen Land einsetzt. Nach dem letzten Konzert konnten immerhin 700 € überwiesen werden. Dafür wurden Nähmaschinen angeschafft. Der Verkauf der damit hergestellten Taschen und Kleider dient dem Lebensunterhalt der jungen Frauen.
Gerhard Schmidt-Grillmeier
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