Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter am Volkstrauertag

Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter am Volkstrauertag

Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter am Volkstrauertag

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Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter am Volkstrauertag

Am Sonntag, 15. November 2026, dem Volkstrauertag, findet auf dem Jerusalemsfriedhof an der Herrmannstraße um 14:00 Uhr die Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter des kirchlichen Zwangsarbeiterlagers Neukölln statt. Die beteiligten Gemeinden bringen ihre Gedenksteine mit.

Hintergrund:

Die Evangelische und Katholische Kirche in Berlin plante, finanzierte und betrieb in der Zeit des Nationalsozialismus in Neukölln ein eigenes zentrales Zwangsarbeiterlager, das sogenannte Friedhofslager Neukölln. Insgesamt 39 evangelische und drei katholische Kirchengemeinden beschäftigten Zwangsarbeiter. Unter den Gemeinden waren die Kreuzberger evangelischen Vorgänger-Gemeinden Luisenstadt, St. Jacobi, St. Simeon, St. Thomas und Ölberg und die katholischen Gemeinden St. Hedwig, St. Michael und St. Matthias. Über 100 Menschen – größtenteils christliche Zivilverschleppte und Jugendliche aus der Sowjetunion (vor allem aus der Ukraine) – wurden unter unwürdigen Bedingungen gefangen gehalten. Die Verschleppten wurden auf über 40 kirchlichen Friedhöfen für schwere körperliche Arbeiten wie den Bau von Luftschutzbunkern, Grabpflege und als Totengräber eingesetzt. Am 24. April 1945 erreichte die Rote Armee die Hermannstraße und befreite die Zwangsarbeiter.

Nach der Befreiung des Lagers wurde das Thema Jahrzehnte lang verdrängt, die Fundamente des Lagers mit Grabsteinen zugedeckt. Im Jahr 2000 begann die evangelische Kirche mit der Aufarbeitung. Eine Initiative aus dem Kreis der ehemals beteiligten Gemeinden nahm Kontakt zu ehemaligen Zwangsarbeitern auf und bemühte sich um Aufarbeitung und Versöhnung.

Heute befindet sich auf dem Gelände eine dauerhafte Gedenkstätte mit Ausstellung. Neben den freigelegten Überresten des Lagers informieren Stelltafeln über die Geschichte des Ortes und machen über QR-Codes weiterführende Informationen zugänglich. Freistehende Stelen erinnern mit Portraits und Kurzbiografien an die elf Zwangsarbeiter, die namentlich bekannt sind. Mit der Gedenkstätte möchte die Kirche einen dauerhaften Raum für das Gedenken an die Opfer schaffen und hier über die unterschiedlichen Formen kirchlicher Zwangsarbeit informieren. Sie übernimmt damit Verantwortung für die kirchliche Beteiligung an den nationalsozialistischen Verbrechen der Zwangsarbeit.

Bereits seit 2010 erinnert ein Ausstellungspavillon auf dem St. Thomas Friedhof an das Schicksal der kirchlichen Zwangsarbeiter. Im Zentrum der Ausstellung stehen zehn ehemalige kirchliche Zwangsarbeiter, die seit 2001 in der Ukraine und Russland gefunden wurden. In ihren Äußerungen spiegelt sich der Alltag als Zwangsarbeiter, ihre Erzählungen handeln von außergewöhnlichen Ereignissen. Vier von ihnen werden portraitiert. Ihre Lebenslinien führen bis in die Gegenwart.

Jährlich am Volkstrauertag versammeln sich Berliner Christen*innen mit ihrem Gedenkstein am zentralen Gedenkstein auf dem Friedhof, um sich der daraus erwachsenen Verantwortung zu stellen und an das Schicksal der Zwangsarbeiter zu erinnern.

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