Osterkerze

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Den Brauch, an Ostern eine Kerze zu entzünden, gibt es etwa seit dem 4. Jh. nach Christus. Sie wurde früher ganz aus Bienenwachs hergestellt, heute nur noch mit einem Anteil. Angesichts der Farbe erinnert sie an den Leichnam Jesu. Das Entzünden der Kerze symbolisiert die Auferstehung. Mit dem Duft des Bienenwachses, der sich im Raum verteilt, wird der Gedanke an den Geruch von Verwesung vertrieben. Das Osterlicht steht für das neugewonnene Leben, Jesus selbst, der mit der Auferstehung das Dunkel des Todes zerreißt.

In der Osternacht-Liturgie wird die Osterkerze am gesegneten Osterfeuer entzündet und mit dem dreimaligen Lichtruf „Lumen Christi!“ in die dunkle Kirche gebracht. Die Gemeinde dankt nach jedem Ruf mit „Deo gratias!“.  An ihr werden die Kerzen der Mitfeiernden entzündet, damit sich das Osterlicht im ganzen Kirchenraum verbreitet.
Die Kerze wird geschmückt mit dem Kreuz, fünf Nägeln, Alpha und Omega und der Jahreszahl. Die Gestaltung kann sehr individuell ausfallen. Kreuz: Jesus ist am Kreuz gestorben, aber nicht im Tod geblieben, also wird das Kreuz zum Zeichen des Heils.
Fünf Wachsnägel (oft mit einem Weihrauchkern versehen): Sie stellen die Wundmale Christi dar und werden am Osterfeuer mit einem besonderen Gebet in die Kerze gesteckt.
Alpha und Omega Α + Ω: Der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Um deutlich zu machen, dass Jesus Gottes Sohn ist, wird er als Anfang und Ende oder der Erste und Letzte bezeichnet. Jahreszahl: Bezeichnet das Jahr des Osterfestkreises.

Elisabeth Mitter