Ostern verleiht Flügel

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Christus ist in das Schattenreich des Todes hinabgestiegen, so heißt es am Karsamstag. Was bedeutet das? Welche Bedeutung hat das für mein Leben? Kann ich mir vorstellen, dass Jesus auch in meine Schattenbereiche hinabsteigt? Was schließe ich aus vom Leben? Wo möchte ich nicht hinschauen? Wo habe ich etwas verdrängt in den Schatten meiner Seele? Wo weigere ich mich hinzuschauen und versuche es zu verbergen, vor mir und vor anderen?

Ostern will gerade in diese Bereiche meines Lebens hineinwirken, in das Erstarrte und Erstorbene, um es wieder zum Leben zu erwecken. An Ostern feiern wir demnach nicht nur die Auferstehung Jesu, sondern auch unsere eigene. So wie die Liturgie der Osternacht im Dunkeln beginnt, müssen auch wir uns zunächst in die Dunkelheit unseres Lebens aufmachen, um dann von ihm ans Licht gezogen zu werden. Im Sakrament der Versöhnung stellen wir uns unseren Dunkelheiten und Schatten und erleben hier schon das Hinauf-gezogen-Werden ins Licht.
Manchmal in ganz kleinen Schritten, so wie am Anfang der Osternacht die Osterkerze in die Kirche einzieht und langsam den Raum erhellt. Ostern ist das Erleben des Lichtes in den Schatten und Dunkelheiten unseres Lebens. Darin erleben wir den Auferstandenen heute und ganz konkret. Und genau das will Ostern! Ostern kann unserem Leben Flügel verleihen und uns eine neue Lebendigkeit schenken – ein neues Leben!
(vgl. Anselm Grün, Österlich leben: S. 26/27)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Osterfest! Möge die Gnade des Auferstandenen Sie begleiten und Sie segnen.

Ihr Pfarrer Oliver Cornelius